Drucken
 
 

Etwas aus der Geschichte des Vereins
(Auszug aus der Festschrift 1999)

Zeitung 25jahre FRZeitung 30jahre FRZeitung 33jahre FR
25 Jahre                                         30 Jahre                                        33 Jahre

Teil-Chronik der Finther Reservisten 1969 e. V. in Kurzfassung

Im Jahre 1969, als Finthen eingemeindet wurde, war auch das offizielle Gründungsjahr der Finther Reservisten. Hatte man doch vor nunmehr 30 Jahren andere Ideen, was das Reservistendasein anbelangt, aber nie haben die Finther Reservisten ihre soldatischen Merkmale verloren und diese werden bis heute gepflegt.

Freundschaften und Kameradschaftsgeist stehen immer im Vordergrund. Das beliebte Manöver, das viele Jahre in Windesheim stattfand, war immer ein Höhepunkt des Vereinslebens. Unvergessen sind auch die schwierigen Aufnahmeprüfungen, die jeder neu hinzugekommene Kamerad ablegen musste.

Und just vor über 15 Jahren musste sich die erste und einzige Frau der aktiven Truppe, Sanitätsleutnant Gisela Abels, diesen strengen Regularien unterziehen. Sie wurde begeistert bei den Kameraden aufgenommen.

Mittlerweile waren die Reservisten aus dem Finther Vereinsleben nicht mehr wegzudenken und man schloss sich dem Vereinsring an. Als einer der ersten wagte man sich ein Sommerfest im größeren Stile durchzuführen. Auf dem Gelände der Fa. Auto-Veit ging dann die Post ab, was wochenlang für Gesprächsstoff sorgte. Es wurden unzählige Sommernachtsfeste im 800 Personen fassenden Festzelt auf dem Jungenfeldplatz durchgeführt oder man denke an die gutbesuchten Lambertstraßenfeste in Katharina Weils Scheune. Auch beteiligte man sich am 100jährigen Volksbankfest, bei dem wir übrigens den 1. Preis für den schönsten und bestgeführtesten Verkaufsstand erhielten. Auf dem Finther Spargelfest waren wir mit unseren Spezialitäten einer der großen Anlaufpunkte auf dem Bürgerhausplatz. Hier sei nochmals unserem Küchenmeister, Leutnant Hans Heil, dem Metzgermeister, Oberstleutnant Friedel Pfannebecker, unserem Koch Rolf Rocker sowie dem gesamten Küchen- und Ausschankpersonal und allen Helfern bei unseren Festen recht herzlich gedankt. Manöverpfanne, Wild- und Fischgerichte, Steaks, Calmares bis hin zum Handkäs' mit Musik sind unsere Renner. Der Hauskapelle DC-Band, unter der Leitung von Norbert Rehm, den Fellos-Corporations und der Blaskapelle Ernsgaden aus Bayern gebührt ein besonderer Dank für die musikalische Unterhaltung bei unseren Veranstaltungen.

So lange wir können werden wir, am letzten Augustwochenende, die Tradition unserer Sommernachtsfeste weiterführen, wozu wir Sie jetzt schon recht herzlich einladen.

Vor einigen Jahren nahmen die Reservisten auch am Ortsvereinsfußballturnier teil und hatten in ihrem »General« ein unüberwindliches Bollwerk. Er stand wie ein Fels in der Brandung. Zwar wurden wir nie Turniersieger, aber dabei sein war uns wichtig und alle hatten ihren Spaß dabei. Im sportlichen Schießwettbewerb landete man des Öfteren auf den vorderen Plätzen und so mancher Pokal wurde mit nach Hause genommen. Seit 15 Jahren schießen wir auch einen vereinsinternen Schützenkönig im Kleinkaliber aus, bei dem ein präparierter Holzadler bis auf die letzte Feder abgeschossen wird, was für alle Beteiligten eine Supergaudi bedeutet.

Ebenfalls vor einigen Jahren hatten wir beim Zug der Finther Lebensfreude das Motto: »Kaisermanöver am Großen Sand« gewählt und dazu benötigten wir die entsprechenden Uniformen. In unserer Nachbargemeinde Gonsenheim war während des Ersten Weltkrieges das Feldartellerie-Regiment 27 Oranien stationiert und diese Uniformen hatten es uns angetan. Schneidermeisterin Gisela Hilpert war wochenlang Dreh- und Angelpunkt in Sachen Uniformen. Diese waren dann auch der Durchbruch für viele Einladungen aus dem deutschsprachigen Raum bei Festzügen mit-zumarschieren oder bei offiziellen Anlässen zu repräsentieren. So waren wir am Deutschen Eck in Koblenz am neu errichteten Kaiser-Wilhelm-Denkmal, an der Brücke von Remagen und in Kaub am Blücher-Denkmal. Hunderte von Schaulustigen waren begeistert von unserem Erscheinungsbild.

Nicht zu vergessen sind die Teilnahmen am Erntedankfest in Heidesheim, beim Feuerwehrfest in Wackernheim, bei vielen Wein- und Schützenfesten in Windesheim, dem Hansefest in St.Goar, in Bruchsal oder auch im Rheingau und selbstverständlich beim 125jährigen Feuerwehrfest 1996 in Finthen. Jahrzehntelange Mitwirkung bei den Fastnachtsumzügen in unserer Heimatgemeinde, am Rosenmontagszug in Mainz und am Umzug in Drais sind für uns mittlerweile selbstverständlich. Im Jahre 1987 wurde die erste, von Spenden finanzierte Standarte angefertigt und bei unserem Patenverein, dem »Krieger- und Soldatenbund 1871 Geisenfeld« in der dortigen Stadtkirche feierlich geweiht. Unter Teilnahme vieler Soldatenvereine, die mit ihren Fahnenabordnungen anwesend waren, begingen wir den schon seit über 125 Jahren stattfindenden Jahrestag zum Gedenken der im Kriege 1870/71 gefallenen und vermissten Kameraden. Nochmals herzlichen Dank an unsere Geisenfelder Freunde.

Zu unseren Zielsetzungen zählt auch die Betreuung der Ehrendenkmäler an der Katholischen Kirche in Finthen. Unzählige Arbeitsstunden haben wir für die Renovierung und Erhaltung dieser Gedenkstätten aufgebracht. Dank vieler Spenden aus der Bevölkerung, der Geschäftswelt und der Stadt Mainz konnte das Ehrenmal der beiden Weltkriege am 1. September 1996 unter großer Beteiligung der Finther Bürger vom Vorsitzenden Werner Simon an die Bevölkerung übergeben werden. Nach einem feierlichen Gottesdienst dankte Ortsvorsteher Herbert Schäfer den anwesenden Helfern, was er mit einer eigens angefertigten Ehrenplakette unterstrich. Im Namen des Vereinsrings dankte Vorsitzender Jürgen Hinkel. Auch Pfarrer Hainz sprach seine Anerkennung aus und erinnerte hierbei an die vermissten und gefallenen Kameraden der Weltkriege. Leider wurde das Denkmal ein halbes Jahr später von bisher unbekannten Schmierfinken derart verunstaltet, dass eine neuerliche Renovierung vorgenommen werden muss.

Bei unserem 25jährigen Jubiläum im Jahre 1994 starteten wir mit einem »Großen Bunten Abend« im Bürgerhaus, an dem sich viele Finther Vereine und Freunde beteiligten. Sonntags, nach dem Frühschoppen, startete der vielumjubelte Festzug bei Kaiserwetter durch die heimischen Straßen. Hier gilt jedem Teilnehmer nochmals ein herzliches »Danke schön«. Es war übrigens der erste große Festzug, der seit vielen Jahren wieder bei uns durchgeführt wurde.

Schon damals machte sich der Vorstand der Reservisten Gedanken zum 30jährigen Geburtstag. Man beschloss eine eigene Sitzung im Bürgerhaus durchzuführen. Dies wurde letztes Jahr bei unserem jährlichen Neujahrsempfang im Hotel Restaurant »Babbelnit« den anwesenden Gästen aus Politik, Wirtschaft und Vereinen mitgeteilt, was nicht überall Zustimmung fand.

Dank der finanziellen Mithilfe unserer Ehrenoffiziere, Sponsoren und Freunde des Vereins konnten wir all diese Empfänge gestalten. Hier gilt unser besonderer Dank dem Ehrenoffizierssprecher Manfred Thöne, dem Chef des HCC, Tennisbaron Heiner Dammel sowie Herrn Grünling von der Bitburger Brauerei. Auch sei dem 1. Vorsitzenden des MNC, Franz Becker, für seine tatkräftige und uneigennützige Unterstützung bei der Planung und Gestaltung unserer Sitzung gedankt.

Schon im Mai 1998, zum Spargelfest, starteten wir den Kartenvorverkauf und bereits im September war die Sitzung ausverkauft. Mittlerweile stand das Programm und eine eigens für diesen Abend gegründete Gesangsgruppe mit dem wohlklingenden Namen »Reservos« formierte sich aus den Reihen der Finther Reservisten. Die Gruppe plant schon eine eigene CD, in der Hoffnung einen der vorderen Plätze in der »Närrischen Hitparade« zu erreichen.

Übrigens: Von den verkauften Sitzungskarten ging jeweils 1 DM an den FCV zur Finanzierung des Finther Zuges.

Die Finther Reservisten haben zum Zeitpunkt der Festschrift 180 Mitglieder, bestehend aus ehemaligen Wehrmachtsangehörigen, Bundeswehrabgängern, einer Anzahl aktiver Frauen, Zivilisten und einigen Jugendlichen. Jüngstes Mitglied war zu diesem Zeitpunkt Peter Simon, 1 1/2 Jahre alt (Enkel von Werner Simon, dem älteren). An dieser Stelle möchte ich nochmals die Vereinsgründer nennen, die bis heute den Reservisten die Treue hielten: Werner Simon, Werner Schmitt, Horst Wolf, Arthur Kloos, Alois Kraft und Friedel Pfannebecker.

Liebe Närrinnen und Narrhallesen, verehrte Gäste der Reservistensitzung, mit diesem kleinen Auszug unserer bewegten Vereinsgeschichte wollen wir Sie nicht länger aufhalten. Legen Sie das Heft zur Seite und lassen Sie sich gut unterhalten und fühlen Sie sich wohl bei Ihren Finther Reservisten. Feiern Sie mit uns Fassenacht und vielleicht sehen wir uns im nächsten Jahrtausend an gleicher Stelle wieder.

Mit einem Helau und herzlichen Grüßen der gesamten Reservistenschar!

Werner Simon

1. Vorsitzender und Generalbergmarschall von Finthen, Drais und Layenhof

Zurück